[Nähen] Burda Easy Mantel und ein paar Gedanken zur Körperform

Halli Hallo (:

Mein  Praktikum ist nun vorbei und ich bin einerseits traurig, denn es war eine sehr schöne Zeit in denen ich ganz viele wundervolle Menschen getroffen habe, andererseits bin ich erleichtert endlich wieder etwas mehr Zeit zum Nähen zu haben.

Die letzten Wochen habe ich ja neben der Arbeit mit Aufräumen und Renovieren verbracht, sodass für’s Nähen wenig Zeit blieb. Dafür habe ich mich das Vorletzte Wochenende eingeschlossen und nur genäht :D

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Unter anderem habe ich den Saum meines heutigen Kleidungsstücks nochmal aufgetrennt. Ich habe den Saum nämlich umgebügelt und dann am Futter blind angenäht – so sieht man außen nichts und von innen sieht es auch hübsch aus. Irgendwie erfasste mich dann aber die Panik, ob sich das ganze nicht nach dem ersten Tragen oder der ersten Wäsche verziehen würde, wenn der Saum gar nicht am Oberstoff festgenäht ist. Außerdem hatte ich an einer Stelle das Futter ein klitzekleines Bisschen zu weit runtergezogen, sodass sich eine (für niemanden außer mich selbst bemerkbare) Delle im Mantel bildete. Also das Futter war dann einfach ein bisschen zu kurz quasi. Der Mantel hing ne Woche und dann hab ich den Saum einfach nochmal aufgemacht, das Futter vorsichtshalber überall ein wenig herausgeschoben und nicht nur den umgeklappten Saum am Futterstoff festgenäht, sondern gleichzeitig noch einige wenige Fädchen des Oberstoffs mitgefasst. Das ganze war natürlich ziemlich mühsam, denn ich musste ja immer zwischendurch auf die Vorderseite des Mantels schauen um zu sehen, wie viel ich vom Oberstoff erwische.

Hat das irgendwer verstanden? ;D Naja, jedenfalls sollte ich mir für das nächste mal eventuell eine andere Methode aussuchen oder mal recherchieren, wie man klassischerweise einen gefütterten  Mantel säumt.

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Jetzt erstmal zum Grundsätzlichen:

Ich habe den – mittlerweile schon vielfach genähten – Mantelschnitt aus der Burda Easy H/W 15 genutzt. Diesen habe ich entgegen der Anleitung gefüttert, vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die liebe Lena von Fantantisch, die sich sehr geduldigt meinen 1000 verunsicherten Fragen gestellt hat.

Ich habe Im Rücken und im Schulterbereich Größe 34 genäht und Das Vorderteil in Größe 36. Bisher habe ich bei Burda immer Größe 38 oder 40 genäht (Keine Ahnung warum, meine Maße liegen je nach Tageszeit ungefähr bei 84-66-96) und hatte mit der Passform immer groooße Probleme. Vanessa von moments enchanteurs, die diesen Schnitt mittlerweile schon 2mal genäht hat, hat mir bei der Größenwahl beigestanden und mir zur 34 geraten, obwohl meine Maße da nicht richtig hingehören. Dieser Tipp war Gold wert, Danke ;-*

Ich habe den Mantel verschlusslos genäht, wenn ich ihn verschließen wollen würde, dann würde ich wohl eine FBA machen, im Rücken ist die Stoffweite auf jeden Fall sehr reichlich.

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Diese Erkenntnisse zeigen eigentlich nur das, was ich bisher schon erlebt habe: Ich habe anscheinend einen sehr schmalen Rücken und kann gut mit einer kleineren Größe beginnen und dann vorne irgendwie mehr Stoff reinbasteln. Oder wäre andersrum besser und ich sollte den Rücken schmaler basteln? :D Puh, diese ganze Passformgeschichte ist wirklich schwierig aber auch sehr spannend, wie ich finde.

Am Schnitt habe ich nach der ersten Anprobe noch die Schultern um ungefähr 1,5cm verschmälert, dadurch setzt sich nun auch die gelbe Linie des Karomusters perfekt fort! Da hatte ich beim Zuschnitt nicht drauf geachtet aber jetzt bin ich total begeistert und werde es bei zukünftigen Karoprojekten auf jeden Fall ebenfalls beachten. Auch die Ärmel habe ich noch gekürzt, es dürften etwa  2,5cm gewesen sein.

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Ich bin ja  manchmal wirklich der Perfektionismus in Person, auch wenn ich versuche das ein wenig abzustellen, aber mit diesem Projekt bin ich sehr zufrieden: Es fängt schon damit an, dass ich die Taschen gleich als erstes per Hand aufnähte und dadurch einfach super gut kontrollieren konnte, dass die Karos Millimetergenau aufeinander treffen. Die Taschen habe ich übrigens an der Seite einfach in der Seitennaht mitgefasst, bei meiner Größe kam das genau hin, ist aber wohl eigentlich nicht vorgesehen.

Auch die Seitennähte passen einfach perfekt aufeinander und die doofen Briefecken am Saum (Laut Anleitung nicht vorgesehen) habe ich letztendlich hinbekommen. Ja, an dieser Stelle gäbe es Verbesserungsbedarf und ich habe daraus gelernt, nie wieder Briefecken in Karostoff machen zu wollen :D

Die Jacke möchte ich einerseits als Strickjacke während der kälteren Monate tragen, aber im Frühling dann sicher auch als richtigen „Mantel“. Ha, da wirft sich die Frage auf, ab wann ist ein Mantel eine Jacke oder ab wann ist eine Jacke ein Mantel? Ich nutze bei so Zwischenlängen beide Worte als Synonym.

Schnitt: Burda Easy H/W 2015 Mantel 4D, Titelmodell
Größe:  34/36
Material: Wollgemisch vom Maybachufermarkt, Viscosefutter von Stoff und Stil
Änderungen: Ärmel um 2,5cm gekürzt, Schultern um 1,5cm verschmälert, Tasche in der Seite mitgefasst, Futter eingefügt
Weitere Schöne Versionen dieses Schnitts: Fantantisch, Sewionista, Fitzladen

Kleid: Altrosa Mesa Dress

Die Frage der Kombinierbarkeit dieses Mantels bleibt noch. Zu meinem Altrosa Mesa Dress – welches sich als totaler Allrounder entpuppt hat – passt er sehr gut und auch zur klassischen Jeans mit einfarbigem Oberteil. Aber sonst? Weite Röcke sind nicht optimal dafür und sowieso habe ich das Gefühl, dass es überhaupt gar keine Mäntel gibt die dazu passen.

In nächster Zeit muss ich mir sowieso Gedanken über meinen Stil und meine Wunschgarderobe, sowie über eine vernetzte Garderobe machen. Das hatte ich vor einem Jahr ja schonmal versucht aber es fällt mir wirklich sehr schwer und so werde ich einfach langsam und Stück für Stück daran arbeiten.

 Ich wünsche euch einen tollen Mittwoch und lasse euch ganz viele Fotos da, es hat richtig Spaß gemacht, endlich mal wieder vor der Kamera zu stehen – Yippiee! Und auch beim Me Made Mittwoch bin ich natürlich wieder dabei (:

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17 Kommentare

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  3. So, ich, endlich.
    Der Mantel ist toll! Ich mag die Farben in dem Stoff, genau meine Kombination. Die Länge find ich super, und auch, dass er offen ist – mal was anderes!
    Mit weiten Röcken und Mänteln habe ich auch so meine Probleme. Da müsste man eigentlich echt einen haben, der ab der Taille weiter wird, aber das finde ich dann echt zu viel des Guten. Mein Wind und Wetter Parka geht manchmal noch, je nach dem wie weit und wie flexibel der Rockstoff ist.
    Ich wünsche dir viel Freude an deinem Parka – kann ihn mir supergut so schön lässig zu Jeans und Shirt vorstellen, traumhaft!

  4. Dein Mantel ist superschön geworden! Von irgendwelchen Problemen beim Füttern kann man gar nichts mehr sehen und das Karomuster passt wirklich perfekt! Danke auch fürs Verlinken meines Mantels :) Finde ich eine gute Idee andere Versionen des Schnitts zu verlinken, dann kann jeder, der sich für den Schnitt interessiert gleich mehrere Varianten finden. Das werde ich Zukunft auch so machen.

    Liebe Grüße
    Julia

  5. Liebe Freja,
    das mit dem Futter ist doch selbstverständlich! #nähenverbindet. Ich finde dein Mantel ist echt schön geworden. Ganz anders als meiner, aber das ist ja gerade das Tolle am Nähen. Ich denke er lässt sich gut zu Hosen kombinieren oder zu engen/kurzen Röcken. Zu weiten kann ich mir ihn auch nicht gut vorstellen, zu meiner Culotte habe ich meinen aber schon getragen. Die Taschen sind echt perfekt aufgenäht, ich hätte sie nicht mal wahrgenommen ohne den Hinweis!
    Ich bin gespannt, was deine Überlegungen zur vernetzten Garderobe ergeben.
    Liebe Grüße, Lena

  6. Huhu Freja,
    sehr schön dein Kurzmantel und die Bilder sind fantastisch geworden! :-*
    Was würde ich dazu kombinieren? Eine enge Jeans, Langarmshirt oder Bluse, Kleid, allerdings nicht mit weitschwingendem Rock. Und sonst? Mal sehen… Meiner liegt hier zugeschnitten, aber weiter bin ich noch nicht ;-)
    Tendenziell würde ich auch persönlich immer größer zuschneiden (liegt vllt an meinen breiten Schultern) und dann verkleinern. Aber so hat jede ihr Vorgehen.
    Vielen lieben Dank nochmal für deine Erinnerung an die vernetzte Garderobe – mein Kleiderschrank brauch dringend eine Kur und einige Lückenauffüller. Bei Lena werde ich auch noch einmal stöbern gehen. :-)
    GLG Dominique

  7. Ein superschöner Kurzmantel (ich lasse Dir das Wort hier *gg*), und das Muster ist an den Nähten PERFEKT abgestimmt! Respekt!

    Zum Thema Futter: Mantelfutter ohne Belege zuschneiden, Bewegungsfalte hinten rein, und am Schluss mit dem Mantel verstürzen. Gibt verschiedene Methoden mit mehr oder weniger (bis gar keiner) Handarbeit am Ende. Vor allem im englischsprachigen Bereich gibt es da viele gute Tutorials (google mal nach „bagging a coat lining“ oder so).
    Sybilles Anleitung vom WMSA ist allerdings auch ganz hervorragend, das wurde ja auch schon erwähnt.

    Bei Anpassungen (erinnere ich mich recht? Du hattest auch mal was von Hohlkreuz erwähnt???) finde ich es immer leichter, etwas wegzuschneiden/abzunähen als etwas dazuzunehmen.
    Im Zweifel eine Naht in der hinteren Mitte einbauen und da bei Bedarf justieren. Gleiches gilt für evtl. Hohlkreuz-Anpassungen. Mit Naht in der HM (am Nessel) sind die rucki-zucki abgezwickt und auf den Schnitt übertragen. Reine Breitenänderungen könntest Du sogar direkt am Endmodell machen.

    Kleiner zuschneiden und was reinbasteln geht zwar auch, ist aber tendenziell fehlerträchtiger und schwieriger. Und warum soll man sich das Leben verkomplizieren?

    Dein Kurzmantel ist jedenfalls sagenhaft gut gelungen und ganz sicher ein Traumteil für jeden Tag – ich wünsche Dir ganz viel Freude damit, denn Du wirst sicher viele Komplimente kriegen!
    LG
    Katrin

  8. Hach, schön, eine Karoversion von diesem Schnitt habe ich noch nicht gesehen; gefällt mir richtig gut und die Passgenauigkeit des Musters ist fantastisch.
    Sybille hat auf dem MMM-Blog zum Wintermantel nähen sehr ausführlich ihre Futtermethode gezeigt. Ich liebe solche Tutorials; da kann man sich immer den ein oder anderen Kniff abschauen.
    LG von Susanne

  9. Sehr gelungen! Und Du hast es Dir mit dem Karostoff echt nicht einfach gemacht. Toll, wie alles aufeinanderpasst. Ich habe noch nie Karo vernäht und ziemlichen Respekt davor. Du wirst sehen, die Jacke wird ein Liebling – ich trage meine jedenfalls ganz oft, heute übrigens zu einem schmalen Rock. Liebe Grüße, Ina

  10. der Mantel ist wunderschön und schmeichelt deiner schmalen Silhouette perfekt. Ich steh momentan total auf schmale Mäntel. Muss da auch mal was in die Richtung nähen. Ich wäre auch gern perfektionistisch, erwische mich aber oft beim Schnell-Jetzt Fertig machen :D.

    Liebe Grüße, Loui <3

  11. Wow! Toller Mantel. Den Schnitt habe ich schon öfters vernäht gesehen. Deine Stoffauwahl gefällt mir aber besonders gut. Toll, dass du ihn gefüttert hast… Damit wirst du bestimmt viel Freude haben! LG Stefi

  12. Hach ja, immer die gleich Saum-Frage bei gefütterten Jacken/Mänteln/Blazern… Beid ir scheint der Aufwand sich sehr gelohnt zu haben, der Mantel sieht super aus.
    Meine Handsäume sehen in der Regel immer schlimm aus, daher akzeptiere ich im Zweifel lieber eine gute, sichtbare Maschinen-Naht als eine schlechte, sichtbare Hand-Naht. (Ja, üben würde helfen, aber kurz vor Ende eines Projektes das Ganze weglegen und erstmal übern, statt fertig machen, das kann ich nicht!)
    Google doch mal „bagging a lining“. Es bricht einem am Anfang den Kopf, mir jedenfalls, aber wenn man es einmal raus hat, dann kann man es eigentlich für jedes gefütteret Oberbekleidungsstück verwenden.

  13. Dein Mantel gefällt mir total super! Klar, bei einem offenen Mantel stellt sich auch besonders die Frage welches Oberteil da denn auch passt. Bei mir, die sehr gerne Jeans trägt, passt das Unterteil wenigstens meistens.
    Das dein Muster so super passt ist wirklich ein Detail, das sofort ins Auge springt! Und die gelbe Linie über der Schulternaht ist genial!
    Ein richtig toller Mantel ist da entstanden!
    Liebe Grüße,
    Marina

  14. Dein Kurzmantel steht dir prima und ist sehr attraktiv geworden!
    Der Aufwand mit Füttern, Handnähten an Taschen und Saum sowie Briefecken hat sich bestimmt gelohnt.
    Karostoffe sind doch für Perfektionistinnen wahre Sahneschnittchen!
    Liebe Grüsse, Ly.

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