[Nähen] Denali Vest oder W wie Weste

Moin Moin (:

Ich zehre immernoch von meinen Stoff und Stil Einkäufen aus Berlin. Unter anderem hatte ich dort auch einen gequilteten Jerseystoff gekauft: Eine Seite blau, die andere grau und dazwischen weiße Watte.

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Den Großteil dieses Stoffes habe ich zu nun zu einer Weste verarbeitet. Dazu habe ich den Schnitt „Denali“ aus der Männerausgabe des Seamworkmagazins genutzt. Ich habe oben herum Größe XS genommen und zur Hüfte hin die S. Dazwischen habe ich eine Taillierung eingearbeitet. Die Weste passt mir nun, nur leider nicht über dickeren Pullis, wofür ich sie eigentlich haben wollte. Ich möchte den Schnitt erneut nähen, dann die Schulterbreite der XS beibehalten und auch das Rückenteil so belassen, vorne jedoch mehr Platz einräumen und dort auf jeden Fall die S wählen. Auch die Taillierung würde ich wieder etwas rausnehmen – nicht vollständig, denn dann würde ich mich wohl wie ein Kasten fühlen :D – aber ein bisschen reduziert. Obwohl, wo ich gerade die Fotos sichte finde ich das das ganze doch recht stimmig ausschaut – was meint ihr?

Als Futterstoff habe ich einen karierten Flanellstoff genutzt, es war ein Reststück von einer Schlafanzughose welche ich irgendwann mal für meinen Freund genutzt hatte. Karos und Flanell musste einfach sein, das ist eine perfekte Kombination.

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Ich habe sehr lange für den Zuschnitt gebraucht, da beide Stoffe verzogen waren, ich mich jedoch an den Quiltlininen und Karos orientieren wollte. Damit hatte ich natürlich auch erst abends begonnen und so wurde es recht spät, aber irgendwann musste ich nur noch den Kragen zuschneiden. Da lag da so ein schönes Stück Stoff, auf welchen das Schnitteil genau drauf passte, also habe ich Einlage aufgebügelt und munter drauflosgeschnitten. Anschließend habe ich 20 Minuten meine Teile zusammengesucht und dabei war ein Vorderteil des Futters nicht mehr auffindbar – Irgendwann sagte ich vor mich hin: „Nein, das hast du nicht getan – NEEEEIN!“ Aber doch ich hatte es getan: Den Kragen aus dem Vorderteil ausgeschnitten – AAARGH. Leider hatte ich dann keine Möglichkeit mehr im Vorderteil auf den Karoverlauf zu achten, da ich Quer zum Fadenlauf zuschneiden musste und der Karoverlauf in die Richtung anders ist. Dennoch habe ich mein Bestes gegeben und es fällt eigentlich nicht auf :D. Die Belege ließen sich dann aber beim besten Willen nicht mehr passend zuschneiden, bzw ich hab da nicht drübernachgedacht, da diese eigentlich aus Oberstoff werden sollten… Und beim Kragen hatte ich einen Denkfehler (Übertritt…).

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Der Oberstoff ist elastisch in alle nur denkbaren Richtungen. Im Nähkurs riet mir die Schneiderin noch, den Oberstoff im Bereich der Druckknöpfe zu verstärken, aber ich wusste es mal wieder besser. Oder eher war ich einfach zu faul dazu! Nun reisst der Stoff um die unteren eingeschlagenen Druckknöpfe schon ein – Ich könnt mir echt selbst in den Schwanz beissen! Das bedeutet auch, dass ich die Weste nicht wieder öffnen kann ohne all die Knöpfe auszureissen. Aber offen macht eine Weste auch nicht so viel Sinn. Vielleicht könnte ich per Hand einen Reissverschluss einnähen oder irgendwie was anderes zum Schließen noch einbauen? Grrrr!

Damit endet das Dilemma jedoch noch nicht, denn ich habe auch einen Druckknopf zu wenig, da ich mich erstmal mit dem Mechanismus vertraut machen musste und ich dabei einen zur Probe eingeschlagen hatte (ja, natürlich nur das Oberteil, dort ist das Ausreissen des Stoffes nicht so gefährdet, sonst wäre es mir vielleicht rechtzeitig aufgefallen). Dann habe ich 2 Stück beim Einschlagen zerstört und einer hat sich wieder gelöst und kann nun auch nicht erneut genutzt werden. Ich weiß nicht, ob es sich noch lohnt, erneut welche zu kaufen.

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Oh und zu allem Überfluss habe ich auch noch die Knöpfe an der falschen Seite angebracht, da es für mich logisch war, dass die Jacke rechts über links schließt. Leider ist das bei dieser Weste so nicht vorgesehen (ist das so ein Männersachen sind anders als Frauensachen Dings?) und nun ist der Übertritt vom Kragen unten. Aber das ist nach alldem auch nicht mehr schlimm.

Ich bin echt traurig darüber, dass so viel schief gelaufen ist und ärgere mich einfach sehr über mich selbst, denn von den Farben und der Stoffkombination bin ich begeistert, das gefällt mir wirklich gut. Daher bin ich schon am Überlegen, welche Stoffe ich für eine 2. Version verwenden kann. Diesmal bitte keinen elastischen Stoff, aber die gleiche Farbkombination und wie schon erläutert lieber etwas weiter (: Obwohl, wenn ich recht überlege geht es auf den Frühling zu und die Zeit der dicken Pullis endet, sodass gar nicht mehr so viel unter die Weste passen muss. Naja, wir werden sehen!

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Schnitt: Denali aus dem Sewmworkmag
Größe:  XS/S
Material: Außenstoff gequilteter Jersey von Stoff und Stil, Innen Baumwollflanell
Änderungen: Taillierung eingearbeitet

Kennt ihr auch solche Projekte wo eigentlich alles in die Hose geht und ihr hinterher total sauer auf euch selbst seid und traurig weil das ganze echt schön hätte werden können?

Tja, ich werd die Weste nun mal einen Tag offen tragen und mal schauen, ob es sich lohnt nochmal darein zu investieren (: Dies ist auch mein Beitrag zu dem Projekt 12 letters of handmade fashion im Januar mit dem Buchstaben W – dazu hatte ich eine lange Liste an Inspirationswörtern, aber letztendlich brauchte ich eine Weste und so habe ich ganz einfach auf das Kleidungsstück mit dem Buchstaben W zurückgegriffen :D Diesen Monat sammelt Selmin auf ihrem Blog tweed and greet alle Beiträge, ich freue mich schon darauf!

Und natürlich verlinke ich auch wieder zum Me Made Mittwoch und ich wünsche euch einen schönen Tag und erfolgreiches Nähen, eure Freja.

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P.S. aufbauende Worte sind heute gern gesehen und dringend gebraucht.

16 Kommentare

  1. Pingback: Nähpläne für die nächsten Jahre – Brot und Butter Nähen – Gegenwindundglitzerkram

  2. Die Weste ist superschön geworden! Die Geschichte dazu klingt aber nach einem großen Horrortrip und leider habe ich mich selbst darin viel zu oft wieder gefunden :D Das mit den Druckknöpfen ist mir nur zu bekann >.< ich wollte den Dingern schon abschwören, aber wenn ich nicht zu blöd dafür wäre, wäre es ja eigentlich ne schnelle und super Sache ;)
    Wäre dein Text nicht, würde ich überhaupt nicht merken, dass mit dem Teil etwas nicht stimmt! Vielleicht ist offen tragen ja doch noch ne Option!
    Da ich aber grade deinen Stoff sehe, ich habe so etwas ähnliches hier und werde auf eine ebenfalls harte Näh-Geduldsprobe gestellt. Bei mir sind nach dem Nähen die Lagen unterschiedlich lang (die oberste zieht sich in die Länge). Hast du eine Idee oder einen Tipp? Vielleicht hattest du ja ein ähnliches Problem…
    Viele Grüße und halte durch!

  3. Das mit deiner Weste tut mir echt leid, voll blöd mit den Druckknöpfen. Mir ging das bei meinem allerersten Cape genauso. Ich habe mir letzten Endes wegen 2 Druckknöpfen noch einmal eine ganze Packung gekauft und alles mit Vlieseline verstärkt. Leider habe ich das Cape so gut wie nie angehabt . . .
    Die Weste an sich sieht aber echt cool aus. Gar nicht wie selbst genäht, ehr aus einem britischen Modehaus. :-)

    Alles Liebe, Vivien

  4. Pingback: 12 Letters of Handmade Fashion: Wind & Wetter Parka und W wie Watt 'ne Sause ⋆ Tweed & GreetTweed & Greet

  5. Das war ja eine wahre Näh-Odysse. Mir sind auch schon öfters ziemlich dumme Fehler passiert, aber zum Glück noch nicht so viele an einem Projekt. Aber das kommt bestimmt noch. Ich finde es wirklich toll, dass du die Weste trotzdem fertig gemacht hast, ich wäre wahrscheinlich irgendwann zu frustriert gewesen!
    Die Weste steht dir auf jeden Fall gut! Mir gefallen die Stofffarben und vor allem das gesteppte Muster dafür total gut :) Schade, dass mit den Knöpfen. Vielleicht kommst du ja damit offen auch ganz gut zurecht. Oder du könntest auch so kleine Häckchen noch anbringen?
    Für die nächste Version würde ich vielleicht zu Wollwalk tendieren, daraus habe ich für meine Mama eine Jacke genäht und der ist echt super zu verarbeiten. Könnte ich mir gut für eine Weste vorstellen.

  6. Ohne deinen Text hätte ich jetzt gesagt: superschicke Weste an der du hoffentlich lange Freude hast! Sieht klasse aus!
    Mit dem Text: sehr schöner Schnitt, mit den Stoffen toll umgesetzt und ich drück dir die Daumen, dass die nächste Version dann dein Traumstück wird ;)

    Liebe Grüße, Jessica

  7. Das, was alles schief gelaufen ist, weißt ja nur Du. Niemand sieht, was Du als Fehler ansiehst. Also, ich finde diese Weste sehr gelungen. Und bei dieser Geschichte, musst Du auch noch einmal einen Satz Druckknöpfe kaufen und ein Stückchen Stoff druntersetzen, damit sie nicht wieder ausreissen. Ich liebe genau diese Teile, bei denen nur ich weiss, was alles falsch gemacht wurde. Ich glaube, wir haben alle so ein Teilchen mit einer besonderen Geschichte.
    Wie gesagt, Deine Weste ist ganz toll geworden. Trage sie.
    Liebe Grüße Epilele

  8. Liebe Freya, also erstmal sieht die Weste wirklich schön aus. Punkt. Ein richtiges Ingenieurs-Teil :-) Alle beschriebenen Kritikpunkte sind ärgerlich, sicher. Aber ich bin sicher, dass das quasi niemandem auffallen wird (ok, außer den anderen Nähverrückten beim mmm vielleicht ;-))
    Das mit der Knopfleiste ist tatsächlich so: Männerjacken schließen links über rechts. Der Grund: Der Mann kann so mit seiner rechten Hand schnell unter die Jacke greifen, um seinen Säbel/Schwert/Dolch/was auch immer zu ziehen. Kein Witz! Und so verrückt, beim Futter auf das Patternmatching zu achten, war bislang nicht mal ich :-D Gefällt mir!
    Was die Drücker angeht: hmm… Wäre alle rauspopeln, dann mit einem Stück snappap oder Leder oder Kunstleder runter als hübscher Ausreißschutz wieder einsetzen ne Option? Oder richtige Knöpfe und Knopflöcher? Wobei auch offen gut aussieht und wo heute sogar Mäntel ohne Verschluss genäht werden ist das auch ne echte Option finde ich…
    So, genug aufgemuntert?
    Allerliebste Grüße, Lena

  9. Die Weste schaut auf den Fotos gut aus. Versuch macht kluch. Doofer Spruch, aber Du hast trotz oder wegen des Ärgers soviel gelernt, was dir bei weiteren Ptojekten helfen wird und dann wird es schneller und unkomplizierter gehen.
    Viele Grüße
    Julia

  10. Was für ein Nähkrimi! Schön, dass du die Weste fertig genäht hast, auf den Fotos sieht sie sehr toll aus. Solche Projekte hat wahrscheinlich jeder mal, da kann man nichts machen. Hinterher Krone richten und weiter geht. ich denke dennoch, dass Du Deine Weste oft tragen wirst, es ist einfach ein Kleidungsstück mit besonderer Geschichte – das verbindet ;-) LG Kuestensocke

  11. Wie schade dass bei der Weste so viel schief gelaufen ist. Dabei sieht sie so gut aus! Die Farben und Stoffe gefallen mir gut zusammen. Die musst du auf jeden Fall noch einmal nähen. Allerdings würde ich sie beim nächsten mal einen ticken weniger tailliert nähen. So wirklich eine Idee wie sie zu retten ist habe leider nicht. Außer den schmalen Streifen mit den Drückern zurück schneiden, Reißverschluss rein und ne Blende nähen? Aber wahrscheinlich ist es fast mehr Arbeit als komplett neu machen.
    Aber tröste dich- ich bin auch sehr gut im verpfuschen. Leider.
    Viele Grüße Miriam

  12. Hey du arme Socke! Ich kann das voll verstehen, zu Anfang hatte ich das oft bei Stricksachen: Da arbeite ich wochenlang an einem Pulli, wasche ihn, und zack ist er zwei Nummern zu groß. Da bin ich auch sehr sauer und traurig dann.
    Ich hoffe, dass die Weste sich offen bewährt. Ansonsten vielleicht die Naht von Ober-und Unterstoff auftrennen und einen RV dort reinnähen, abgestepp? Wäre eine Pfusch-Idee von mir.
    Druckknöpfe finde ich auch echt kacke, die sind so unberechenbar!

  13. Das kenn ich auch und ärgern tue ich mich auch immer bei sowas. Ich trauere vor allem der verlorenen Nähzeit hinterher, in der ich was machen hätte können, was auch tragbar ist.

    Aber sieh es als Gewinn an Erfahrung (nerviger Standardspruch) und wenn du die Weste nächsten Winter wieder nähst, fragst du dich warum heute so viel schief gegangen ist. Die Nähkenntnisse entwickeln sich weiter und daran kannst du es dann sehen.

    LG Anja

  14. Das ist ja wirklich ein Drama! Aber natürlich hatte ich sowas auch schon und dann nehme ich mir jedes Mal vor, es das nächste Mal wirklich genau nach Anleitung und Lehrbuch zu machen. Erfahrungsgemäß geht das ja auch meist am besten. Aber entspricht nicht meinem Wesen, denn mein Credo ist auch oft genug“och, das wird schon“. Damit muss ich leben und dann eben auch mit dieser Art Missgeschicken. Kopf hoch, die Weste sieht klasse aus, das Frühjahr kommt, da musst Du sie nicht schließen und das nächste Projekt klappt wieder besser.
    LG SuSe

  15. Schade, dass so viel schief gelaufen ist. Ich kenne das auch, mit manchen Projekten ist es wie verhext. Aber toll, dass du die Weste trotzdem fertig genäht hast, ich habe aus Frust schon mal Projekte in der Ecke liegen lassen.
    Das mit den Verschlüssen ist wirklich ein Herrenmode/Frauenmode-Ding: Frauen rechts über links, Männer andersrum. Über die Gründe gibt es ein paar Spekulationen, die bekannteste ist glaube ich, dass Edeldamen früher ja von ihren Helferinnen eingekleidet wurden und das für die einfacher ging mit rechts über links. Aber ob was dran ist weiß wahrscheinlich keiner. ;)

    Die Weste jedenfalls ist toll und um den Sweat bin ich im Onlineshop auch schon herum geschlichen.

  16. Oh nein! Jetzt weiß ich auch, zu welchem Projekt dein Instagram-Foto gehört. Aber diesen Fehler konntest du doch noch gut retten. Ich kenne solche Projekte, bei denen so viel schief läuft, zu gut. Meistens sind es die Sachen, über die man vorher sogar noch nachdenkt, und sie dann trotzdem anders macht.
    Trotz aller Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie sie sollten: Deine Weste sieht toll aus! Mir gefällt der gequiltete Jersey total gut, besonders in den beiden Farben, die du zusammen vernäht hast. Ich finde, die Weste sitzt sehr gut – perfekt fürs Frühjahr, wenn du keine dicken Pullis drunter brauchst. Für die Knöpfe hab ich leider auch keine gute Lösung – außer dem Offentragen :-) Vielleicht gefällt es dir nach einem Probetag ja sogar ganz gut? :-) Ich glaube, Männer- und Frauensachen schließen wirklich anders herum.
    Liebe Grüße
    Christiane

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